What?

Chania is a city on the island of Crete.

Where?

Crete is a Greek island in the Mediterranean Sea.

How?

You can reach Chania airport from all over Europe.

Arbeitskreis Hausorgel in der GdO

Frühjahrestagung 11./12.03.2009 in Stralsund

Orgeln in Vorpommern

1 Zur Geographie und Geschichte der Region

Die Hansestadt Stralsund findet man an der pommerschen Küste rund 70 km östlich von Rostock an einer Stelle, der die Insel Rügen vorgelagert ist. Ihren Namen hat sie vom Strelasund, jener Meerenge zwischen Rügen und dem pom- merschen Festland. Die strategisch-wirtschaftliche Lage Stralsunds Stralsund wird von alters her durch zwei Merkmale geprägt: Zum einen läßt sich von Stralsund der landseitige Zugang zur Insel Rügen kontrollieren, zum anderen befindet sich die Stadt1 wie- derum selbst in einer strategisch höchst wertvollen Insellage, da sie außer vom Strelasund noch durch zwei Binnengewässer, dem Knieper- und Frankenteich, gewissermaßen ” ähnlich einer Wasserburg. Der landseitige Zugang zur Altstadt ist auf einige künstlich aufgeschüttete Dämme eingeschränkt. Deren Straßennamen künden auch heute noch davon. Es ist aufgrund dieser besonderen Lage nicht verwun- derlich, daß Stralsund immerhin bis 1873 militärische Festung war.

Die slawische Siedlung Stralow2 erhielt 1234 durch WIZLAW I. von Rügen das lübische Stadtrecht. Seit 1240 ist der Name Stral(e)sund urkundlich verbürgt, und seit dem Ende des 13. Jahrhunderts gehörte Stralsund zur Hanse. Der Krieg der Hanse gegen Dänemark (1361 – 70) endete mit dem Frieden von Stralsund. Schließlich erfolgte die Reformation 1525 unter CHRISTIAN KETELHOT. Im dreißigjährigen Krieg versuchte Wallenstein vergeblich die Stadt zu erobern3 Die gesamte Region erfuhr dabei übelstes Leid, denn Pommern war gewissermaßen die ”Einflugschneise“ der schwedischen Truppen unter Gustav Adolf. 1648 fiel Stralsund an Schweden. Die Schwedenzeit (bis 1815) gehört im kollektiven Gedächtnis der Stralsunder nicht zum Schlechtesten. Insbesondere die Zeit unmittelbar nach dem dreißigjährigen Krieg ist überliefert als eine Zeit von Hoffnung und Optimismus. So stammt aus dieser Zeit auch die Melodie des Liedes ”Lobe den Herren“ (geistlich Stralsund 1665).

Ab 1815 gehörte Stralsund zu Preußen und wurde dessenMarinebasis, welche 1871 nach Kiel verlegt wurde. Das 19. Jahrhundert verlief eher unspektakulär, die Industrialisierung kam etwas später als in anderen Teilen Deutschlands. Allerdings machten den Stralsundern mehrere Epidemien (Typhus, Cholera) zu schaffen, die durch das schlechte Brunnenwasser – typisch für eine Insellage – begünstigt werden. Unter den Lehrern Preußens wurde in dieser Zeit eine Versetzung nach Stralsund auch schon mal als Strafversetzung angesehen. Abhilfe kam erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Bau des Lüssower Wasserwerkes.


1 heute: die historische Altstadt.
2 Stral bedeutet Pfeil- oder Speerspitze, siehe Stralsunder Wappen.
3 Außer ihrer ausgezeichneten strategischen Lage kam den Stralsundern damals etwas zu Hilfe, was heute in der Region aus Gründen des Fremdenvekehrs weniger gern gesehen wird: ein Sommer mit Dauerregen.

Das 20. Jahrhundert begann mit dem Bau einer Straßenbahn im Jahre 1900, deren Betrieb in den 1960iger Jahren leider wieder eingestellt wurde. 1902 er- folgte die Gru¨ndung des Kaufhauses von LEONHARD TIETZ, ein Jahr später die von WERTHEIM. Die Einweihung des Theaters am (heutigen) Olof-Palme-Platz fand 1916 statt. Zu den weniger rühmlichen Tatsachen der jüngeren Geschichte Stralsunds zählt die Judenverfolgung im Nationalsozialismus, der in Pommern generell ein begeistertes Echo fand. In der Reichspogromnacht wurde u. a. die Synagoge zerstört, und in der Folgezeit sämtliche Juden in KZ’s deportiert. Ganze zwei Personen haben das überlebt. Die ” das sind etwa bierdeckelgroße Messingplatten im Gehweg, erinnern heute an zahlreiche Einzelschicksale. Im zweiten Weltkrieg wird auch Stralsund von den Aliierten bombardiert. Am 6. Oktober 1944 erfolgte der größte Angriff, bei dem etwa 700 Stralsunder ihr Leben lassen. Die Bomben richteten damals in der Alt- stadt – so sehen es die Stralsunder selber – schlimmste Schäden an. Im Vergleich zu zahlreichen anderen deutschen Städten aber blieb das meiste der historischen Substanz erhalten, darunter das überaus wertvolle Stadtarchiv.

Die Situation in Stralsund heute ist geprägt von den Investitionen nach der deutschen Wiedervereinigung. Der größte Teil der historischen Bausubstanz konnte mit staatlichen und privaten Geldern für die Zukunft gesichert werden. Die Stiftung Denkmalschutz hat sich in Stralsund besonders engagiert. Wenn manche einstmals prachtvolle Häuser trotzdem vor dem Verfall stehen, hat dies sicherlich mit der immer noch schwachen Wirtschaftslage der Region aber auch mit ungeklärten Besitzverhältnissen zu tun. Nach der Wende entstanden in Stralsund u. a. die Fachhochschule4 (Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften), die Marinetechnikschule der Bundeswehr, der neue Standort der BfA, die neue Rügenbrücke sowie zuletzt das Ozeaneum. Außerdem investierte die Stadt erhebliche Mittel in die Renovierung des Theaters5 am Olof-Palme-Platz, das zwischenzeitlich seinen Jugendstilcharakter verloren hatte, nun aber wieder in altem Glanz erstrahlt. Ein Besuch dort lohnt sich immer!

Größter Arbeitgeber am Ort ist nach wie vor die inzwischen zur Hegemann- Gruppe gehörende Volkswerft, wenn auch mit einem Bruchteil früherer Beschäftigungszahlen. Die Auftragslage dort ist gut, der wirtschaftliche Erfolg jedoch sehr abhängig von globalökonomischen Parametern. Weiterhin gibt es erfolgreiche Stahl- und Edelstahlverarbeitung. Auch der Tourismus hat sich in den letzten Jahren erfreulich entwickelt. Seit 2002 gehört Stralsund zusammen mit Wismar zum Weltkulturerbe durch Beschluß der UNESCO.

Interessanterweise existieren zu ” Stralsund“ mit ’


4 mit ca. 3 500 Studenten.
5 Das Stralsunder und Greifswalder Theater haben bereits bald nach der Wende zum Theater Vorpommern fusioniert, vor einigen Jahren kam das (fremdbespielte) Theater Putbus hinzu. Nach neuesten Pl¨anen der Landesregierung sollen nun weitere Fusionen mit Anklam und Neustrelitz erfolgen – unter erheblicher Verringerung des Ensembles. Es wird wohl auf ein Kaputtsparen hinauslaufen zwei Betonungsvarianten. Die erste wird von den Stralsundern selbst verwendet, die übrigen Deutschen neigen dagegen zu der endbetonten Aussprache.

Die Hansestadt Greifswald liegt noch einmal 30 km ostwärts von Stralsund an dem Fluß Ryck. Auch hier hat der Name der Stadt direkten Bezug zu deren Wappen. Der Greif ist ein heraldisches ” Tier“, das sich als Kombination aus Adler und Löwe ergibt. Er findet sich im Wappen der pommerschenStralsund Herzöge, sowie auch heute im vorpommerschen Landeswappen. Aber auch der Wald ist im Wappen der Stadt Greifswald enthalten, da der Greif mit der linken Hinterpranke auf einem Baum steht. Der Name Gripheswald ist 1248 urkundlich zum ersten Mal erwähnt. Die Herkunft des Namens läßt sich nicht eindeutig klären, die heutige Schreibweise taucht aber bereits 1621 auf. Die Gründung Greifswalds geht auf das von Zisterziensern betriebene Kloster Eldena6 zurück. Das lübische Stadtrecht erhielt Greifswald 1250 durch den Pommernherzog WARTISLAW III., also fast zeitgleich mit Stralsund. Die weitere Geschichte Greifswalds sei hier nur kurz umrissen: Der Anschluß an die Hanse fand 1281 statt. 1456 wurde auf Initiative des Bürgermeisters HEINRICH RUBENOW durch Wartislaw IX. die Universität gegründet. Die Reformation hielt 1531 Einzug. Und ebenso wie Stralsund kam Greifswald 1648 an Schweden, 1815 an Preußen.

Im Gegensatz zu Stralsund aber zog Wallenstein 1627 in Greifswald ein. Für die Bevölkerung der Stadt begann damit eine schlimme Zeit. Auf die zu militärischen Zwecken angeordnete Zwangsarbeit unter Wallenstein folgte eine Pestepidemie, so daß am Ende des dreißigjährigen Krieges nur noch ein Bruchteil der Bevölkerung am Leben war. In der anschließenden Schwedenzeit ging es wieder etwas aufwärts. Greifswald wurde gewissermaßen ”Verwaltungzentrum“ von Schwedisch-Pommern. Die Universität profitierte ebenfalls von schwedischen Herrschaft. Die Leibeigenschaft7, die in Pommern seit dem dreißigjährigen Krieg zu den aus heutiger Sicht unerfreulichsten historischen Erscheinungen gehört, wurde 1806 durch Gustav IV. Adolf aufgehoben.

Zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde Greifswald durch eine Gruppe um den Stadtkommandanten Oberst Rudolf Petershagen kampflos an die rote Armee übergeben, so daß die Stadt der Zerstörung entging. Bombenangriffe auf Greifswald hatte es (fast) keine gegeben, so daß der desolate Zustand der städtischen Bausubstanz zum Zeitpunkt der Wiedervereingung als DDRbedingter Verfall offensichtlich ist.


6 Die Ruine des Klosters Eldena, einst bekannt geworden durch ein Gemälde Caspar David Friedrichs, wird jedes Jahr von zahlreichen Touristen besichtigt und ist Ort kultureller Open- Air-Veranstaltungen.
7 In psychosozialer Hinsicht ist es nicht auszuschließen, daß die hohe Affinität der vorpommerschen Bevölkerung zu den quasireligiösen Diktaturen des 20. Jahrhunderts aus der mit der historischen ” Dauererfahrung“ der Zukurzgekommenheit verbundenen Leibeigenschaft resultiert. Bereits Preußenkönig Friedrich II. äußerte sich sehr positiv über die soldatischen Qualit äten ” seiner“ Pommern. Man darf davon ausgehen, daß dies im Sinne eines überdurchnittlich willfährigen Gehorsams zu verstehen ist. Der frühere Ministerpräsident von MV, Bernd Seite redete seinerzeit öffentlich vom ” Bodensatz“ der Bevölkerung. Frieder Jelen, einstmals Umweltminister in MV und zuvor Pastor auf Rügen, äußerte sich etwa zur gleichen Zeit ähnlich. Beide ernteten schärfste Kritik. Man vgl. hierzu aber die Morde an Obdachlosen in den letzten Jahren durch rechtsextreme Jugendliche sowie die jüngsten Wahlerfolge der NPD in Vorpommern.

Komplett Text als PDF downloaden AK-Tagung-2009

What?

Chania is a city on the island of Crete.

Where?

Crete is a Greek island in the Mediterranean Sea.

How?

You can reach Chania airport from all over Europe.